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Buch-Tipp: Gebrauchsanweisung für Schwaben. Für Schwaben und `Nei`gschmeckte einfach nachvollziehbar ! Ich selbst bin Rheinländer, lebe aber schon seit fast 50 Jahren in Schwaben. Ein Urteil über mein geliebtes "Gastland", im ich herzliches Asyl gefunden habe, darf ich mir meines Erachtens durchaus zutrauen: Alles ist stimmig in dieser Gebrauchsanweisung, vor allen aber auch mit der nötigen... |
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Paläolithikum: Die frühesten Beweise für eine Anwesenheit von Menschen auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, die Quarzit-Artefakte aus der Tongrube Kärlich bei Koblenz, werden auf ein Alter von etwa 700 Tausend Jahren datiert. Aus der Zeit von vor etwa 600 Tausend bis 550 Tausend Jahren stammt der Fund eines Unterkiefers des Homo heidelbergensis, der in Mauer bei Heidelberg entdeckt wurde. Eine bessere Fundsituation gibt es für spätere Formen des Homo heidelbergensis. Zu bezeichnen sind hier insbesondere die Fundstellen bei Bilzingsleben bei Kindelbrück in (Thüringen), bei Schöningen und Bad Cannstatt, die auf ein Alter von etwa 350 Tausend bis 250 Tausend Jahren datiert werden. Bis vor etwa 40 Tausend Jahren war Deutschland vornehmlich vom Homo neanderthalensis (Neandertaler) besiedelt, seit etwa 36 Tausend Jahren vom Homo sapiens. Einige der ältesten Fundstätten sind Geißenklösterle bei Blaubeuren und die Stadel-Höhle in dem Lonetal bei Ulm. Die dort gefundenen Kunstwerke (zum Beispiel der Löwenmensch) und Musikinstrumente aus dem Aurignacien gehören zu den ältesten Funden ihrer Art global.
Es kann als gesichert gelten, dass Mitteleuropa seit etwa 500 Tausend Jahren immerhin während der Warmzeiten permanent von Menschen besiedelt ist.
Neolithikum: Nach dem Ende der Eiszeiten entwickelten sich die Sammlerinnen und Jäger des Mesolithikums zu Bauern und Viehzüchtern, wahrscheinlich unter dem Einfluss vorderorientalischer und südosteuropäischer Kulturen. Dieser Prozess, der um 5300 v. Chr. stattfand und der mit Sesshaftigkeit und der Benutzung von gebrannten Tongefässen und geschliffenen Steinbeilen einhergeht, wird auch neolithische Revolution genannt
Bronze- und Eisenzeit: Ab etwa 2000 v. Chr. wird in Mitteleuropa die Metallverarbeitung üblich, zunächst Kupfer und Bronze (Bronzezeit), dann ab etwa 850 v.Chr. auch Eisen (Eisenzeit). Der größte Teil Deutschlands gehörte ab der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. zu dem Einflussbereich der keltischen Kultur.
Buch-Tipp: Hand aufs Herz. für die "Generation Golf" interessant Meine politische Erinnerung beginnt mit der "Abwahl" Helmut Schmidts. Ich wollte diese Persönlichkeit, die man sich heute noch in dieser Art an vielen Stellen wünschen würde, näher kennenlernen.
Dies gelingt vorallem auch zwischen den Zeilen, in einem Gespräch mit jemanden, der mit seinem glaskaren Verstand... |
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Die früher verbreitete Gleichsetzung von Germanen und Deutschen wird in der heutigen Forschung nicht mehr aufrecht erhalten. Einerseits trugen auch nichtgermanische Ethnien zur Herausbildung des deutschen Volks bei, andererseits zählen Germanen auch zu den Vorfahren nicht-deutscher Völker. Ursprünglich an der westlichen Ostsee beheimatet, drangen die Germanen seit etwa 200 v. Chr. in die damals noch keltischen Gebiete Mittel- und Süddeutschlands vor.
Ins Licht der Geschichte traten sie gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr., als die nordgermanischen Stämme der Kimbern und Teutonen von Jütland aus bis auf das Gebiet des Römischen Reichs vordrangen. Nachdem sie mehrere Legionen geschlagen hatten (113 v. Chr. bei Noreia und 105 v. Chr. bei Arausio (Orange)), besiegte sie der römische Feldherr Marius in den Jahren 102 und 101 v. Chr. in den Schlachten von Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) und Vercellae (Vercelli).
Mit der Eroberung Galliens durch Julius Cäsar zwischen 58 und 50 v. Chr. wurde der Rhein zur Nordostgrenze und die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches. Die unter Kaiser Augustus versuchte Eroberung der von Germanen besiedelten Gebiete bis zur Elbe wurde nach der Schlacht im Teutoburger Wald in dem Jahr 9 n. Chr. abgebrochen.
Die Gebiete westlich des Rheins und südwestlich des Grenzwalls Limes wurden den römischen Provinzen Germania Inferior (Niedergermanien), Germania Superior (Obergermanien) und Raetia (Rätien) zugeschlagen. Das Gebiet östlich davon nannten die Römer Germania libera (freies Germanien). Die erste umfassende Beschreibung Germaniens gab der römische Historiker Tacitus um das Jahr 98 in seiner Schrift Germania.
Die in das Römische Reich einbezogenen Gebiete Germaniens bildeten in den folgenden Jahrhunderten einen Teil der antiken Welt. Die keltisch-germanische Urbevölkerung wurde weitgehend romanisiert. Mit Trier, Xanten, Köln, Koblenz, Mainz, Augsburg, Kempten im Allgäu und Regensburg entstanden damals die ältesten Städte Deutschlands. Trier stieg in der Spätantike sogar zur Kaiserresidenz auf. Nach vermehrten Germaneneinfällen gaben die Römer 260 den Limes auf und verlegten die Grenze zu dem freien Germanien auf ganzer Länge an den Rhein zurück.
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Frühes Mittelalter: Merowinger und Karolinger | |
Rom musste schließlich auch einer Besiedlung der Gebiete westlich des Rheins und südlich der Donau durch Germanenstämme zustimmen.
Ab der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts setzte, verursacht durch die relative Überbevölkerung der Stammesgebiete der Germanen und den Druck der aus dem Osten anstürmenden Hunnen, eines mongolischen Reitervolks, die Völkerwanderung ein.
In der Folge der Wanderungsbewegungen entstanden in großen Teilen des Römischen Imperiums germanische Reiche. Kleinere Stämme schlossen sich zu größeren Verbänden zusammen, wie zu dem Beispiel die Franken am mittleren Rhein, die Alemannen zwischen Rhein und Donau, die Baiern in dem Gebiet des heutigen Bayern und Österreich und die Thüringer in dem Gebiet des heutigen Thüringen. In dem Gebiet des heutigen Niedersachsens befand sich das Stammesgebiet der Sachsen. Ab 500 wurden die Gebiete östlich der Elbe durch die von Osten vordringenden Slawen besiedelt.
Unter dem Merowingerkönig Chlodwig I. entwickelte sich das Frankenreich in dem 6. Jahrhundert zur vorherrschenden Macht in Mitteleuropa. Chlodwig und seine Nachfolger konnten neben den rheinischen Stammlanden Gallien und die Gebiete der Alemannen und Thüringer sowie der Baiern unter ihre Herrschaft bringen. Mit der Annahme des katholischen Christentums gewann Chlodwig die Unterstützung der Kirche.
Um 600 wurde das Frankenreich durch irische Mönche unter Führung Columbans missioniert. Das Gebiet des heutigen Deutschlands wurde vom angelsächsischen Mönch Bonifatius christianisiert. Bonifatius errichtete in dem ganzen Frankenreich eine Kirchenorganisation durch die Schaffung von Bistümern und Erzbistümern.
Allmählich ging die Macht von den stets schwächer werdenden Merowingerkönigen auf die Hausmeier über, deren Aufgabe ursprünglich die Verwaltung der Königsgüter war. Der Hausmeier Karl Martell errang durch seinen Sieg über die in das Frankenreich eindringenden Araber 732 bei Tours und Poitiers großes Ansehen. Sein Sohn Pippin ließ sich als König der Franken vom Stammesadel wählen und als Zeichen seines Gottesgnadentums salben. Der letzte Merowingerkönig Childerich III. wurde von ihm entmachtet. Durch die so genannte Pippinische Schenkung legte er 754 die Grundlage des Kirchenstaates und wurde zu dem Schutzherrn der Kirche. Das Frankenreich wurde zur Keimzelle Europas.
Der Sohn Pippins, Karl der Große, konnte das Reich in zahlreichen Feldzügen noch vergrößern. 773 erobert er das Langobarden-Reich in Oberitalien. Ebenso gelang ihm nach langjährigen Kriegen die Unterwerfung und Christianisierung der Sachsen und die Eingliederung Bayerns, das von den Agilolfingern nachdem Machtverfall der Merowinger zunehmend eigenmächtig regiert wurde.
800 wurde Karl der Große vom Papst zu dem Kaiser gekrönt. Damit trat der Frankenkönig die Nachfolge der weströmischen Kaiser an.
Zentrum des Reiches wurde die Kaiserpfalz in Aachen. Auch in dem übrigen Reich dienten so genannte Pfalzen als Stützpunkt des sich fast ständig auf Reisen befindenden Kaisers. An den gefährdeten Grenzgebieten legte er zur Abwehr von Dänen, Slawen und Arabern so genannte Marken an, die jeweils durch einen Markgrafen mit besonderen Befugnissen verwaltet wurden. Karl der Große strebte auch eine Erneuerung der römischen Kultur an und förderte die lateinische Sprache.
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Vom Ostfränkischen Reich zu dem Reich der Deutschen | |
Als der Karolinger Karl der Große 814 starb, konnte sein Sohn Ludwig der Fromme die Einheit des Frankenreichs zunächst noch wahren. Als Nachfolger bestimmte er seinen ältesten Sohn, der 825 als Lothar I. die Kaiserwürde empfing. Dessen jüngere Brüder Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle verbündeten sich gegen Lothar I. und besiegten ihn in der Schlacht von Fontenoy .
842 wurde das Bündnis in den Straßburger Eiden bestätigt. Die Straßburger Eide wurden sowohl in althochdeutsch als auch in altfranzösisch abgefasst und zählen zu den ältesten Belegen der französischen und deutschen Sprache.
843 wurde in dem Vertrag von Verdun das Frankenreich in ein ostfränkisches, ein westfränkisches und ein Mittelreich geteilt. Dabei bekam Lothar das Mittelreich, das Norditalien und das heutige Gebiet von Provence, Burgund, Lothringen, Belgien und der Niederlande umfasste, und behielt die Kaiserwürde. Karl der Kahle bekam den Westteil und Ludwig II. der Deutsche den Ostteil, der Bayern, Schwaben, Hessen, Thüringen, das Sachsen sowie Teile Frankens umfasste.
Im Vertrag von Meersen 870 wurde das Mittelreich unter Karl dem Kahlen und Ludwig II. dem Deutschen aufgeteilt.
Im Vertrag von Ribemont konnte der ostfränkische König Ludwig III. der Jüngere 880 auch Westlothringen gewinnen. Dies sollte in dem Wesentlichen bis 1648 die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland bleiben.
Der ostfränkische König Karl III. der Dicke erreichte 881 wieder die Kaiserwürde und konnte das Fränkische Reich nochmals kurze Zeit vereinigen. Mit Ludwig IV. dem Kind starb 911 der letzte ostfränkische Karolinger.
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Hochmittelalter I: Die Zeit der Ottonen (Liudolfinger) | |
Nach der Spaltung des Reiches kam es in dem Ostfrankenreich zu einem Verfall des Königtums und zu dem Aufstieg von einzelnen Adelsfamilien. Durch die Abwehrkämpfe gegen Slawen und Ungarn in dem 9. und 10. Jahrhundert wurde diese Entwicklung und die Herausbildung der besonders mächtigen Stammesherzogtümer Bayern, Schwaben, Franken und Sachsen entscheidend gefördert. Um ihre eigene Macht nicht zu gefährden, wählten die Stammesherzöge den vermeintlich schwachen Frankenherzog Konrad I. zu ihrem König.
Ihm folgte auf dessen eigene Empfehlung mit Unterstützung der Herzöge von Sachsen und Franken der Sachsenherzog Heinrich I. aus dem Geschlecht der Liudolfinger oder Ottonen nach. Heinrich I. gelang es, das ostfränkische Reich zu festigen und es gegen Einfälle von Ungarn und Slawen zu verteidigen. Sein Sieg gegen die Ungarn 933 an der Unstrut war jedoch noch nicht endgültig. 920 taucht erstmals die Nennung Regnum teutonicum auf, neben dem fränkische Erbe trat nun stets mehr eine eigene "deutsche" Identität hervor.
Buch-Tipp: Romantik. Eine deutsche Affäre Ausgezeichnet Wenn dieses Buch tatsaechlich so häufig gelesen wird, wie es gekauft wird (und es scheint ja gut verkauft zu werden), dann freue ich mich ehrlich.
Endlich mal ein Bestseller, der nicht kommerziell ist, nicht gefaellig, nicht vereinfacht,. . . dies hier ist einfach ca. ein ganz tolles, gebildetes, kluges, lebendiges Buch.
Safranski teilt... |
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Zum Nachfolger bestimmte Heinrich I. seinen Sohn Otto I. der Große. Als sich die übrigen Stammesherzöge gegen ihn erhoben, konnte Otto I. sie in dem Kampf besiegen. Er enthob sie ihrer Herzogswürde und setzte stattdessen Verwandte als Amtsherzöge ein. Diese erhoben sich jedoch später ebenfalls gegen ihn. Zur Sicherung seiner Macht stützte sich darum Otto I. auf die Kirche. Dazu besetzte er geistliche Ämter mit Vertrauten und stattete sie durch Vergabe von Lehen aus dem Reichsgut und königlichen Rechten (Regalien) mit weltlicher Macht aus. Diese als Reichskirchensystem genannte Verwaltungspraxis hatte den Vorteil, dass Geistliche wegen des Zölibats ihr Lehen nicht vererben konnten und nach ihrem Tod der König das Lehen wieder an Vertraute neu vergeben konnte. Die Sicherung des Reichs nach außen führte Otto I. ebenfalls konsequent fort. 955 besiegte er die Ungarn entscheidend in der Schlacht auf dem Lechfeld.
Zur Abwehr der Slawen richtete er Marken ein, die zur Grenzsicherung, aber auch zur christlichen Bekehrung der Slawen dienten. Auf dem Gebiet des heutigen Ostdeutschlands wurden zahlreiche neue Bistümer gegründet. 950 wurde Böhmen unterworfen. 963 musste Polen die Vorherrschaft des Deutschen Reiches anerkennen. Otto I. unternahm drei Italienfeldzüge (951 – 952, 961 – 965, 966 – 972), durch die er sein Herrschaftsgebiet um Nord- und Teile Mittelitaliens erweitern konnte. Beim ersten Feldzug besiegte er den Langobardenkönig Berengar II. und heiratete die von Berengar gefangen gehaltene Witwe des italienische Königs Adelheid von Burgund. Daraufhin nannte er sich König der Langobarden.
Beim zweiten Italienfeldzug erreichte er 962 die Kaiserkrönung durch Papst Johannes XII.. Als Gegenleistung gewährte der Kaiser dem Kirchenstaat seinen Schutz. Durch seinen Anspruch auf Süditalien geriet Otto der Große in Konflikt mit dem byzantinischen Kaiser, der die Herrschaft über Kalabrien und Apulien hatte. Erst nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen kam es zur gegenseitigen Anerkennung der beiden Kaiserhäuser. Sein Sohn Otto II. heiratete die Kaisernichte Theophanu, Süditalien verblieb jedoch bei Byzanz. Das Imperium übte nun de facto eine Hegemonie in dem westlichen Europa aus.
Buch-Tipp: Vier Zeiten. Einsame Spitze Um es gleich zu sagen: Ich habe noch selten eine so tolle Autobiographie gelesen. Wer allerdings mehr über das Leben Richard von Weizsäckers erfahren will, der hält sich vielleicht doch lieber an eine der unzähligen Biographien, denn von Weizsäcker hat eine ganz eigene Herangehensweise an seine Autobiographie. Er nimmt sich... |
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Otto II. kämpfte in Unteritalien gegen die Araber, die ihm jedoch 983 eine vernichtende Niederlage beibrachten. In dem selben Jahr gingen die Gebiete östlich der Elbe durch einen Aufstand der Slawen 983 größtenteils wieder verloren. Nach seinem Tod übernahmen seine Frau Theophanu und seine Mutter die Regierungsgeschäfte für seinen minderjährigen Sohn Otto.
Sein Sohn und Nachfolger Otto III. scheiterte mit seinem Versuch, die Machtbasis nach Rom zu verlegen. Seine grandios propagierte Renovatio Imperii, die darauf abzielte, die Stadt Rom wieder in das Zentrum des mittelalterlichen Imperiums zu rücken, scheiterte nicht zuletzt wegen der immensen Probleme, die sich in Italien und auch mit der stadtrömischen Bevölkerung ergaben. Dennoch knüpfte auch Otto III. an die Ostpolitik der Ottonen an (Pilgerfahrt nach Gnesen). Der letzte Ottonenkönig Heinrich II. konnte sich gegen Polen und Ungarn nicht behaupten. Unter ihm wurde das Reichskirchensystem zur Machtsicherung weiter ausgebaut. Der deutsche König konnte nach Belieben Päpste ein- und absetzen. Um der Verweltlichung der Kirche entgegenzutreten, entstand eine von den Klöstern Cluny, Gorze und Hirsau ausgehende Klosterreformbewegung. Zentrale Reformziele waren die Einhaltung kirchlicher Normen, insbesondere des Zölibats, sowie die Bekämpfung von Simonie und Laieninvestitur.
Buch-Tipp: Worauf es ankommt Die Beschreibung für das Buch " Worauf es ankommt" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
Hochmittelalter II: Die salischen Kaiser | |
1025 wählten die deutschen Fürsten den Salier Konrad II. zu dem König. 1032 erwarb dieser das Königreich Burgund, womit das Imperium nun eine Trias bildete (Deutschland, Italien und Burgund). Das mittelalterliche Imperium stand auf dem Höhepunkt seiner Macht. Konrad II. unterstützte ebenso wie sein Nachfolger Heinrich III. die kirchlichen Reformen (siehe Kirchenreform ). Heinrich III. griff denn auch zu Gunsten des Papstes in Rom ein, wo mächtige Adelsfamilien das Papstamt kauften und verkauften und es zeitweise sogar mehrere Päpste gleichzeitig gab. So setzte Heinrich III. auf der berühmten Synode von Sutri 1046 die rivalisierenden Päpste ab und erließ kurz darauf auch ein Verbot der Simonie. Die Investitur von Bischöfen und Äbten übte er jedoch weiter selbst aus. Unter seiner Herrschaft erreicht das Reich durch die Lehensherrschaft über Böhmen, Polen und Ungarn einen neuen Höhepunkt der Macht.
Unter Heinrich IV. eskalierte der Investiturstreit mit der Kirche, die bestrebt war, jede Bevormundung und Einflussnahme durch weltliche Herrscher zu unterbinden. 1073 wurde mit Gregor VII. ein radikaler Reformer Papst. Als sich Heinrich IV. über das 1075 erneuerte Verbot der Laieninvestitur hinwegsetzte, drohte ihm der Papst den Bann an. Daraufhin erklärte König Heinrich IV. 1076 auf der Reichsversammlung in Worms den Papst für abgesetzt.
Der Papst reagierte mit der Bannung des Königs und entband die Untertanen in der Treueverpflichtung gegenüber dem König. Die deutschen Fürsten verbündeten sich nun (auch aus machtpolitischen Gründen) gegen den König und drohten mit seiner Absetzung. Um der zu entgehen, erreichte Heinrich IV. in dem Gang nach Canossa 1077 die Lösung des Banns durch den Papst.
In den Folgejahren kam es noch ein zweites Mal zu einer Bannung und zu dem Bündnis von Papst und deutschen Fürsten, die Rudolf von Schwaben zu dem Gegenkönig wählten. Nach dem Sieg Heinrichs IV. über Rudolf von Schwaben konnte er die Fürsten noch mal auf seine Seite ziehen, ließ sich 1084 in Rom zu dem Kaiser krönen und setzte Papst Gregor VII. ab.
Sein Sohn Heinrich V. verbündete sich schließlich mit den Fürsten gegen den eigenen Vater und erreichte 1086 die Absetzung des Kaisers.
Unter Heinrich V. kam es 1122 in dem Wormser Konkordat zu dem Ausgleich mit der Kirche. Als Ergebnis des Investiturstreits wurde die Position von Kirche und Landesfürsten gegenüber dem König gestärkt.
Als mit Heinrich V. 1125 der letzte Salier starb, wählten die Fürsten den eher schwachen Sachsenherzog Lothar III. von Supplinburg zu dem König. Damit wichen die Fürsten bei der Wahl vom Geblütsrecht ab und nahmen wieder ihr traditionelles Wahlrecht in bedeutenden Maße wahr. Durch die Unterstützung der mächtigen Welfen für Lothar III. gegen den nachdem Geblütsrecht (welches jedoch in dem mittelalterlichen römisch-deutschen Reich nie wirklich entscheidend war) erbberechtigten schwäbischen Herzog, den Staufer Friedrich, wurde ein das ganze 12. Jahrhundert andauernder Streit zwischen Welfen und Staufern begründet.
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Hochmittelalter III: Die Staufer | |
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Ein Teil der Fürsten, die mit der Wahl nicht einverstanden waren, entschieden sich für den Staufer Konrad III., der bis 1135 Gegenkönig blieb. Nach dem Tod Lothars 1138 wurde Konrad III. schließlich doch zu dem König gewählt und behauptete sich damit gegen den von Lothar III. designierten Nachfolger, den Welfen Heinrich den Stolzen.
Gleichzeitig erkannte Konrad III. dem Welfen die Herzögtümer Bayern und Sachsen ab, doch sollte dies nicht von langer Dauer sein, zumal die in Sachsen eingesetzten Askanier sich nicht behaupten konnten und es auch in Bayern zu Kämpfen kam. Konrad konnte die Probleme nicht lösen, zumal er nachdem gescheiterten 2. Krezzug stets mehr in die europäische Außenpolitik verstrickt wurde, wobei er gute Beziehungen zu dem Byzantinischen Reich unterhielt.
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Der Konrad nachfolgende Stauferkönig Friedrich I. Barbarossa, ein Neffe Konrads, dessen Mutter aus dem Geschlecht der Welfen stammte, versuchte den Ausgleich, indem er seinen Vetter, den Welfen Heinrich dem Löwen 1156 mit den Herzogtümern Sachsen und Bayern belehnte. Die seit 1139 in dem Herzogtum Bayern regierenden Babenberger bekamen als Ausgleich das aus der bisherigen Mark neu geschaffene Herzogtum Österreich, das von Bayern abgetrennt wurde.
In sechs Italienfeldzüge versuchte Friedrich I. Barbarossa, den Einfluss des Reichs in Italien wieder zu stärken (siehe auch den zweiten Reichstag von Roncaglia 1158). Es gelang zunächst einen Ausgleich mit dem Papst zu erreichen (Vertrag von Konstanz 1153) und Friedrich erreichte 1155 auch die Kaiserkrönung. Während seines zweiten Feldzug besiegte Friedrich die nach mehr Selbständigkeit strebenden lombardischen Städte. Nach einem Aufstand ließ er 1162 Mailand völlig zerstören, doch war damit der Widerstand der Kommunen noch längst nicht gebrochen. Vor allem verschärften sich die Spannungen mit dem Papsttum, da Friedrich seinen vertraglichen Verpflichtungen (wie der Bekämpfung der Normannen in Unteritalien und der Bekämpfung der stadtrömischen kommunalen Bewegung) nicht nachgekommen war.
Als mit Unterstützung von England, Frankreich, Sizilien und der Mehrheit der Kardinäle Alexander III. Papst wurde und nicht der von Friedrich favorisierte Viktor IV., begann der Kampf um die Vorherrschaft zwischen Kaiser und Papst erneut. Alexander exkommunizierte Friedrich, nach dem auf der Synode von Pavia von eine prokaiserlichen Gremium Viktor als legitimer Papst anerkannt worden war. Alexander jedoch wurde auf der Synode von Toulouse als legitimer Papst anerkannt. Die Folge war ein Schisma, welches auch nachdem Tod Viktors nicht endete, da stets wieder prokaiserliche Gegenpäpste erhoben wurden.
Friedrich I. begab sich 1166 auf seinen vierten Italienzug, um die Wahl Viktors militärisch durchzusetzten. 1167 das kaiserliche Heer vor Rom, musste die Stadt aber wegen einer Malariaepidemie verlassen. Die norditalienischen Städte schlossen sich daraufhin zu dem Lombardenbund zusammen und verbündeten sich mit dem Papst Alexander III.
Vor Friedrichs fünften Italienfeldzug versagten mehrere Fürsten, darunter der Welfe Heinrich der Löwe, die Waffenhilfe. 1176 unterlag Friedrich I. bei Legnano den Mailändern. 1177 war er darum gezwungen in dem Frieden von Venedig Alexander III. als rechtmäßigen Papst anerkennen und erreichte in dem Gegenzug die Lösung des Banns. 1183 erreichte Friedrich I. auch einen Ausgleich mit den lombardischen Städten, wobei der Kaiser in vielen Punkten Kompromisse eingehen musste, so etwa bei der Wahl der städtischen Konsuln, die vom Kaiser ca. bestätigt werden durften, wpbei die Städte aber die generelle Oberherrschaft des Kaisers anerkannten. Dadurch gestärkt, konnte Friedrich 1186 die Krönung seines Sohnes Heinrich in Mailand mit der Krone der Lombardei erreichen.
1180 ließ Friedrich I. den stets mächtiger werdenden Heinrich den Löwen ächten, entzog ihm seine Herzogtümer Bayern und Sachsen und verbannte ihn nach England.
Das Herzogtum Bayern wurde an die Wittelsbacher vergeben, Sachsen aufgeteilt. Ab 1187 übernahm Friedrich I. die Führung der Kreuzfahrerbewegung. 1190 starb er beim 3. Kreuzzug in Syrien. Friedrichs Italienpolitik hatte ihm bei Lichte betrachtet wenig eingebracht, vor allem wenn man die Ressourcen bedenkt, die er eingesetzt hatte. Dafür aber war die kaiserliche Machtstellung in Deutschland nach und nach verloren gegangen, gerade aufgrund zahlreicher Kompromisse, die Friedrich in Folge seiner Italienpoltik eingehen musste.
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Heinrich VI., der Thronkampf und die Anfänge Friedrichs II. | |
Friedrichs Sohn Heinrich VI. konnte dank der Heirat mit der normannischen Prinzessin Konstanze das Erbe des Normannenkönigs antreten und wurde 1194 König von Sizilien. Damit erreichte das Reich einen Höhepunkt seiner Ausdehnung. Heinrich betrieb auch eine ambitionierte Mittelmeerpolitik, die auf das heilige Land und Byzanz abzielte. Sein Versuch, das Reich in eine Erbmonarchie umzugestalten, scheiterte jedoch. Als Heinrich VI. 1197 mit 31 Jahren an einer Seuche starb, kam es zu einer Doppelwahl des Staufers Philipp von Schwaben und des Welfen Otto IV., einem Sohn Heinrichs des Löwen.
Nach der Ermordung Philips 1208 wurde Otto IV. alleiniger König. Als er jedoch entgegen einer Vereinbarung mit dem Papst Anspruch auf Sizilien erhob, wurde er 1210 gebannt. Der Papst unterstützte nun den erst siebzehnjährigen Staufer Friedrich II., den Sohn Heinrichs VI. Die folgende Auseinandersetzung zwischen den von England unterstützten Welfen und den mit Frankreich verbündeten Staufern wurde 1214 durch den Sieg Frankreichs in der Schlacht bei Bouvines zugunsten Friedrichs II. entschieden.
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Friedrich II. und das Ende der Staufer | |
Friedrich II. regierte sein Reich von seiner Heimat Sizilien aus, welches damals ein strikt zentralisiertes Königreich war und Friedrich reiche Einkünfte sicherte, die er in Deutschland nie erhalten hätte. Er hielt sich denn auch die meiste Zeit seines Lebens dort auf, was zu einer relativen Vernachlässigung der Verhältnisse in dem Deutschen Reich führte. Die Landesfürsten gewannen stets mehr die Oberhand und erlangten neue Privilegien (Reichsgrundgesetze ), was aber in dem Prinzip ca. eine Fortsetzung der Tendenz war, die es bereits unter Friedrich I. gegeben hatte. Gegenüber dem Papst verlor der König 1213 in der Goldbulle von Eger alle verbliebenen Mitbestimmungsrechte bei der Bischofs- und Abtwahl, erreichte aber eine Unterstützung seiner Herrschaft.
Als Friedrich II. seinen Machtbereich auf die lombardischen Städte auszuweiten versuchte, kam es zu dem Machtkampf Friedrichs II. mit Papst Gregor IX.. Wegen eines nicht unverzüglich erfüllten Kreuzzugsversprechens bannte der Papst den Kaiser 1227. Dennoch begab sich Friedrich in das heilige Land und erreichte die kampflose Übergabe des Großteils Jerusalems sowie einen Waffenstillstand. Noch stets gebannt, setzte er sich selbst die Krone des Königs von Jerusalem aufs Haupt. Zurück in Italien, bekämpfte er erfolgreich die päpstlichen Invasionstruppen. Dennoch blieben die Spannungen bestehen, die schließlich 1245 zu einer erneuten Bannung durch Papst Innozenz IV. führte. Stets mehr nahm der Kampf Formen eines eschatologisch angehauchten "Endkampfes" an - beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, das Christentum zu verraten bzw. der Antichrist zu sein. Friedrich II. formulierte seine Kaiseridee neu und betonte, dass das staufische Haus das von Gott gewollte Herrscherhaus sei und in Anknüpfung an die römischen Imerpatoren ältere Rechte als die Kirche wahrnahm. Bevor es jedoch zu einer militärischen Konfrontation kommen konnte, starb Friedrich II. 1250. Er sollte der letzte Kaiser für über 60 Jahre sein. Sein Tod bedeutete auch den Anfang des Endes des staufischen Hauses, das eben noch in dem Zenit der Macht gestanden zu haben schien.
Nach dem Tod Friedrichs II. 1250 tobte der Kampf des Papstes und des mit ihm verbündeteten Frankreichs gegen die Staufer weiter. 1268 wurde der letzte Staufer, der sechzehnjährige Konradin, der versucht hatte die staufische Herrschaft wenigstens in dem Königreich Sizilien zu behaupten, durch Karl von Anjou, einen Bruder des Königs von Frankreich, in Neapel öffentlich hingerichtet.
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Hochmittelalter IV - Allgemeine Entwicklungslinien des Hochmittelalters | |
Seit dem 12. Jahrhundert kam es in dem Deutschen Reich wegen der, seit Einführung der Dreifelderwirtschaft, stark gestiegenen Bevölkerungszahl zu einem inneren Landesausbau durch Erschließung neuer Bewirtschaftungsflächen. Gleichzeitig setzte an den Rändern des deutschen Siedlungsraums in dem bisher slawisch besiedelten Gebiet zwischen Elbe und Oder die Deutsche Ostsiedlung ein.
1226 wurde der Deutsche Orden in dem Gebiet des heutigen Ostpreußen aktiv und weitete seine Einflussbereich in der Folgezeit auf das ganze Baltikum aus. Der dort errichtete Ordensstaat sollte eine bespielhafte Zentralisierung der Verwaltung erfahren, die noch Nachahmer finden sollte.
Die stets weiter aufstrebenden Städte wurden zu einer wichtigen Einnahmequelle der Landesfürsten und Könige und dementsprechend von diesen gefördert. Vor allem während der Stauferzeit kam es zu zahlreichen Neugründungen, wobei auch eine langsame Ostbesiedlung einsetzte, die sich während des Spätmittelalters noch verstärken sollte. Um ihre Rechte gegenüber dem Landesherrn zu stärken und zu sichern, kam es zu dem Zusammenschluss in Städtebünden, die zur Zeit desd Interregnums sogar vorübergehend eine wichtige Rolle spielen sollten. In dem Norden Deutschlands erfolgt während der späten Stauferzeit der Aufstieg der Hanse, die in dem reichsfremden Norden zur wichtigsten Institution wurde, wenn sie auch stets primär ein Wirtschaftsbündnis blieb.
Eine in Folge der Kreuzzüge sich verstärkende Entwicklung war die Ausbildung des Rittertums mit einem ganz neuen Selbstverständnis und Selbstwahrnehmung.
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Spätmittelalter I: Das Interregnum und die Pest | |
Nach Aussterben der Staufer verfiel die Königsmacht in dem Spätmittelalter stets mehr, trotz zeitweiliger Stabilisierung. Dies ging auch zu Lasten der Sicherheit, was auch die Gründung des Rheinischen Städtebundes erklärt, der jedoch in dem Endeffekt wenig erreichte.
Während des so genannten Interregnums von 1250 (dem Tod Kaiser Friedrichs II.; in der Forschung wird ab und zu auch das Jahr 1245 als Anfang gewählt, das Jahr der Absetzung Friedrichs durch den Papst) bis 1273 (der Wahl Rudolf von Habsburg) herrschten in dem Reich teils mehrere Könige gleichzeitig, ohne dass einer von ihnen über genügend Einfluss verfügte, um die Königsmacht gegenüber den aufstrebenden Territorialherren zur Geltung bringen zu können. Der König konnte sich ca. mehr auf ein kleines Reichsgut stützen und musste zur Machtsicherung versuchen seine Hausmacht zu erweitern. Die Landesfürsten wählten daher meist einen schwachen Kandidaten zu dem König, um so ihre eigene Stellung nicht zu gefährden. Zudem versuchten mit der Königswahl auch ausländische europäische Mächte Einfluss auf die deutsche Politik zu nehmen (vor allem das Königreich Frankreich, so beispielsweise 1272/73 und 1308).
Das Interregnum wurde 1273 durch Rudolf von Habsburg beendet, der 1278 über den Böhmenkönig Ottokar II. siegte. Rudolf ebnete dem Haus Habsburg mit dem Erwerb von Österreich, Steiermark und der Krain den Weg zu einer der mächtigsten Dynastien in dem Reich, doch gelang es ihm nicht, die Kaiserkrone zu erlangen. Seine beiden Nachfolger, Adolf von Nassau und Albrecht I., standen in dem Konflikt mit den Kurfürsten, die während des Interregnums ihre Rolle als Königswähler etabliert hatten. Adolf versuchte ohne großen Erfolg in Thüringen Fuß zu fassen. Seine Politik führte schließlich zu seiner Absetzung von Seitend er Fürsten. Adolfs Versuch, diese Entscheidung zu revidieren, war ohne Erfolg: in der Schlacht von Göllheim 1298 verlor er sein Leben.
Aber auch sein Nachfolger Albrecht I., diesmal wieder aus dem Hause Habsburg, unterhielt kein gutes Verhältnis zu den Reichsfürsten, besonders nicht zu den rheinischen Kurfürsten. Auch war ihnen seine Annährung an Frankreich ein Dorn in dem Auge. Albrecht konnte sich behaupten, wurde 1308 aber von einem Familienangehörigen umgebracht.
1308 wurde der Luxemburger Heinrich VII. zu dem König gewählt. Dieser konnte 1310 seine Hausmacht um Böhmen erweitern und erlangte 1312 die Kaiserkrönung - die erste seit 92 Jahren. Heinrich versuchte ein letztes Mal, das Kaisertum in Anlehnung an die Staufer zu erneuern, doch starb er schon 1313. In Deutschland hatte er sich gegen die Expansion Frankreichs gestemmt und eine seltene Eintracht der großen Häuser erreicht.
Anfang des 14. Jahrhunderts führten Überbevölkerung, Missernten und Naturkatastrophen zu Hungersnöten (Krisenzeit). 1349/50 starben ein Drittel der Bevölkerung in dem Deutschen Reich an der Pest. Die Agrarkrise ließ die Preise für landwirtschaftliche Produkte sinken, es setzte eine Landflucht ein, die zu einer Verödung weiter Landstriche führte. Gleichzeitig stiegen die Preise für handwerkliche Erzeugnisse. Es dauerte etwa 100 Jahre, bis die Bevölkerungszahl wieder den Stand vor der Pest erreichte. Während sich die Städte bald wieder erholten, verschlechterte sich die Lage der Bauern und des niederen Adels dauerhaft.
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Spätmittelalter II: Die Zeit Ludwigs des Bayern und Karls IV. | |
1314 kam es nachdem Tod Heinrichs VII. zu einer Doppelwahl, doch setzte sich der Wittelsbacher Ludwig der Bayer als Nachfolger gegen Friedrich den Schönen aus dem Hause Habsburg durch. Ludwig stand jedoch bald in dem folgenschweren Konflikt mit dem Papst, der Ludwig die Approbation verweigerte. 1338 wurde jedoch in dem Kurverein von Rhense die Forderung nach einer Bestätigung der Königswahl durch den Papst zurückgewiesen. In dem Reich formierte sich bald eine kurfürstliche Opposition gegen Ludwig, die von den Luxemburgern angeführt wurde. 1346 wurde denn auch der Luxemburger Karl IV., der Enkel Heinrichs VII., zu dem König gewählt. Zu einer Konfrontation mit Ludwig kam es jedoch nicht mehr, da dieser bald darauf verstarb.
Karl IV., der als bedeutendster römisch-deutscher Herrscher des Spätmittelalters gilt, verlegte seinen Herrschaftsschwerpunkt nach Böhmen, seiner Hausmacht. Karl gewann in seiner langen Regierungszeit (1346 - 78) unter anderem die Mark Brandenburg und die Lausitz zu seinem Hausmachtkomplex hinzu. Tatsächlich begründete Karl ein Königtum, welches fast ausschließlich Hausmachtpolitik betrieb und kaum etwas mit dem universalen Kaisertum staufischer Prägung mehr gemeinsam hatte. 1348 wurde in Prag die erste deutschsprachige Universität in dem Heiligen Römischen Reich gegründet. 1355 erfolgt Karls Krönung zu dem Kaiser, doch vermied er es, die Italienpolitik seiner Vorgänger zu erneuern.
1356 wurde die Goldene Bulle unterzeichnet, die bis zu dem Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 eine Art Grundgesetz darstellte. In ihr wurde der Kreis der Kurfürsten, die zur Königswahl zugelassen waren, offiziell festgelegt. Den Kurfürsten wurden Bündnisse verboten, dafür erhielten sie einen Bestandschutz für ihre Territorien und innerhalb ihrer Herrschaftsgebiete eine fast königsgleiche Stellung. HauptAbsicht der goldenen Bulle war die Verhinderung von Gegenkönigen und Thronkämpfen. Tatsächlich glaubte Karl auch, damit die Machtstellung des Hauses Luxemburg zementiert zu haben. Doch kam es anders, als er es sich vorgestellt hatte.
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Spätmittelalter III: Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach in dem Kampf um die Macht | |
Unter dem Nachfolger Karls verfiel die Königsmacht endgültig. Wenzel, der älteste Sohn Karls IV., der die Regierungsgeschäfte völlig vernachlässigt, wird 1400 gar von den Kurfürsten abgesetzt. Doch auch sein Nachfolger, Ruprecht, kann nichts gegen den Verfall des Königtums ausrichten, zumal seine eigene Machtbasis mehr als dürftig ist. König Sigismund, ebenfalls ein Sohn Karls, erreicht zwar 1433 die Kaiserkrönung, war jedoch nicht in der Lage, das Königtum zu stabilisieren und den Verfallsprozess umzukehren. Eine angestrebte Reichsreform scheitert 1434 am Widerstand der Landesfürsten. Durch die Einberufung des Konzils von Konstanz konnte er allerdings das Abendländische Schisma beenden. Die Verurteilung und Hinrichtung von Jan Hus führte jedoch zu andauernden Kriegen gegen die Hussiten.
Mit dem Tod Sigismunds erlosch das Haus Luxemburg in männlicher Linie. Die Habsburger traten die Nachfolge an, doch konnten sowohl Albrecht II., der ohnehin ca. kurz regierte, als auch Friedrich III., der teils phlegmatisch agierte und mehr seine Besitztümer als das Reich in dem Auge hatte, keine Reichsreform zu Wege bringen.
Der Habsburger Maximilian I. war wegen der Türkenkriege und des Kampfes gegen Frankreich um Italien auf die Unterstützung der Reichstände angewiesen. 1495 wurde auf dem Wormser Reichstag eine Reichsreform beschlossen, die unter anderem jegliche Art von Fehde verbot (Ewiger Landfrieden) und eine jährliche Einberufung des Reichstags, eine Reichssteuer und ein vom König unabhängiges Reichskammergericht einführte. Dadurch setzten die Fürsten ihre Forderung nach mehr Beteiligung der Reichstände durch. Der Schwabenkrieg führte 1499 zur faktischen Loslösung der Schweiz vom Reich.
Als erster deutscher König nahm Maximilian I. den Kaisertitel 1508 ohne päpstliche Krönung an. Seine Heiratspolitik sicherte den Habsburgern die Anwartschaft auf Böhmen und Ungarn und die spanische Krone. Es war eine Zeitenwende: Habsburg stieg unter Karl V. zur Weltmacht auf und das Mittelalter ging zu Ende.
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Zeitalter von Reformation und Gegenreformation | |
Mit der Publikation seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel durch Martin Luther setzte 1517 die Reformation ein.
1519 konnte der Habsburger und König von Spanien Karl V. durch Zahlung einer großen Geldsumme die Königswahl zu seinen Gunsten beeinflussen. Die Fugger, die die Geldsumme verliehen, konnten so erheblichen Einfluss auf die deutsche Politik nehmen. Außerdem musste Karl V. den Reichsständen in der so genannten Wahlkapitulation ihre Rechte bestätigen.
Karl V. beherrschte ein riesiges Reich, das Spanien, Österreich, Böhmen, die Niederlande, Süditalien sowie die spanischen Kolonien in Amerika umfasste. Außenpolitisch war er in ständige Kriege zur Abwehr der Osmanen sowie gegen Frankreich und den Papst verwickelt. Dadurch war seine Stellung in dem Reich selbst schwach und wegen seiner kriegsbedingten Abwesenheit konnte er die Ausbreitung der Reformation nicht verhindern.
1521 wurde Luther vom Papst mit dem Bann belegt. Der Reichstag zu Worms 1521 endete mit der Verhängung der Reichsacht über Luther in dem Wormser Edikt.
Luther fand daraufhin beim sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen auf der Wartburg Zuflucht. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments in das Deutsche stellt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache dar.
In den Jahren 1522 bis 1526 wurde in etlichen Ländern, darunter Hessen, Sachsen, Braunschweig-Lüneburg und Mecklenburg und in Städten des Reichs wie Nürnberg, Straßburg, Magdeburg und Memmingen die Lehre Luthers eingeführt. Die Reformation wurde somit vom Landesherrn durchgeführt, der auch zu dem Landesbischof wurde. Damit unterstanden dem Landesherrn auch die Besitzungen der Kirche. Die Länder bauten eigene Kirchenverwaltungen auf.
Nach dem Scheitern der Marburger Religionsgespräche zwischen Luther und Zwingli 1529 zeichnete sich eine Spaltung der Reformationsbewegung in Lutheraner und Reformierte ab. Als weitere Nebenbewegung entwickelten sich die Täufer. Der radikale Versuch des Täufers Johann Bockelson in Münster eine Art Gottesstaat zu errichten, wurde 1536 blutig beendet.
Im Reichstag zu Speyer 1526 wurde in Abwesenheit des Kaisers in einem Reichsabschied beschlossen, bis zu einer Regelung der Religionsfrage in einem Konzil die neue Glaubensrichtung vorerst zu dulden. In dem zweiten Reichstag zu Speyer forderte der Bruder des Kaisers, Ferdinand, die Duldung aufzuheben. Dagegen protestierten die evangelischen Landesfürsten. Die Anhänger des neuen Bekenntnisses werden seither auch Protestanten genannt.
Die evangelischen Fürsten und Städte schlossen sich unter Führung von Hessen und Kursachsen 1530 zu dem Schmalkaldischen Bund zusammen. Während die Protestanten die Grundgedanken ihrer Lehre in dem Augsburger Bekenntnis niederlegten, formulierte die katholische Seite ihre Ablehnung der Lehre Luthers in der Confutatio . In dem Schmalkaldischen Krieg von 1546/47 kam es erstmals zu dem Kampf von Katholiken unter Führung des Kaisers gegen Protestanten. Der Kaiser gewann den Krieg, konnte aber die in dem Augsburger Interim verfügte Wiederherstellung der katholischen Positionen letztlich wegen des Widerstands von Fürsten, Städten und Bevölkerung nicht durchsetzen.
Als sich die Fürsten über die Religionsgrenzen hinweg gegen ihn erhoben, verzichtete Karl V. zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf Spanien und die Niederlande und machte seinen Bruder Ferdinand zu seinem Nachfolger in dem Reich. Der neue König Ferdinand handelte schließlich 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg den Augsburger Religionsfrieden aus. Dadurch wurden beide Konfessionen in dem Reich gleichberechtigt, wobei der jeweilige Landesherr über die Religion seiner Untertanen bestimmte.
Die verschlechterte Lage der Bauern hatte schon in dem 15. Jahrhundert wie in dem Bundschuh und Armen Konrad zu regionalen Aufständen der Bauern geführt, während der Reformationszeit kam es jedoch unter Bezug auf die Lehren Luthers 1524 – 1526 vor allem in Südwestdeutschland, Thüringen und Franken zu einem Bauernkrieg. Die Forderungen der Bauern wurden in den Zwölf Beschreibungen niedergelegt. Ursachen waren unter anderem die steigenden Dienst- und Abgabenleistungen der Bauern, die Einschränkung ihrer Rechte und die Verringerung des Gemeinbesitzes. 1525 wurde ein Bauernheer unter Führung von Thomas Münzer bei Frankenhausen vernichtet. Bei der Niederschlagung der Bauernaufstände ließen bis zu 100 Tausend Bauern ihr Leben. Luther selbst, der ein Widerstandsrecht gegen die weltliche Obrigkeit ablehnte, verurteilte den Bauernaufstand.
Unter dem Eindruck der Reformation startete die katholische Kirche eine innere Reform. 1545 wurde das Konzil von Trient einberufen, das in drei Perioden bis 1563 tagte. Das Konzil setzte sich einerseits mit der Lehre Luthers auseinander und brachte andererseits zahlreiche Neuerungen wie die Einrichtung von Priesterseminaren mit sich.
Zudem setzte die Gegenreformation ein. Diese bestand auf der einen Seite in der Verfolgung aller, die von der offiziellen katholischen Lehre abwichen, durch die Inquisition, für deren Durchführung Papst Paul III. eine zentrale Kongregation schuf. Ebenso entstanden neue Orden, von denen die Jesuiten eine führende Rolle bei der Rekatholisierung erlangten.
Als Bayern nach einer Störung einer katholischen Prozession durch Protestanten die Reichsstadt Donauwörth besetzen ließ, schlossen sich die protestantischen Fürsten 1608 unter Führung des Pfälzer Wittelsbachers Friedrich V. von der Pfalz zur Union zusammen.
Entsprechend schlossen sich die katholischen Fürsten daraufhin 1609 unter Führung des Bayernherzogs Maximilian zur Liga zusammen. Der katholische Habsburger Kaiser Rudolf II., durch die ständige Türkengefahr an den östlichen Reichsgrenzen gebunden, hatte zudem mit Böhmen einen überwiegend evangelischen Landesteil. 1609 gewährte er den protestantischen Fürsten Böhmens in einem Majestätsbrief die Religionsfreiheit.
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Der Dreißigjähreige Krieg | |
Nachdem Rudolf II. die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder und Nachfolger als Kaiser Matthias abgetreten hatte, schränkt dieser die gewährten Rechte wieder ein.
Als der Protest der böhmischen Stände von ihm abgewiesen wurde, kam es 1618 zu dem Prager Fenstersturz, bei dem zwei kaiserliche Räte von böhmischen Standesvertretern in der Prager Burg zu dem Fenster hinausgeschmissen wurden.
1619 erklärten nachdem Tod Kaiser Matthias die böhmischen Protestanten den Führer der Union, den Pfälzer Kurfürst Friedrich von der Pfalz, zu dem König von Böhmen. Dies war der Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg. Der neue Kaiser Ferdinand II. zog mit dem Heer der katholischen Liga unter Führung des Bayernherzogs Maximilian I. und des bayerischen Feldherrn Tilly nach Böhmen.
In der Schlacht am Weißen Berge 1620 wurde das böhmische Heer besiegt. Der zumeist tschechische Adel wurde daraufhin enteignet und das Land rekatholisiert. Nach der Flucht Friedrichs von der Pfalz besetzte Tilly die Pfalz und die Oberpfalz. Der Bayernherzog bekam als Belohnung die Pfälzer Kurfürstenwürde.
Nachdem sich die Kriegslage schon eindeutig zu Gunsten der katholischen Seite entwickelte, kam es in der zweiten Phase zu dem Eingreifen ausländischer Mächte.
Der sich mit England, den Niederlanden und den protestantischen Fürsten verbündende Dänenkönig Christian IV. rückte 1625 mit seinem Heer in Norddeutschland ein. Er wurde aber vom kaiserlichen Heer unter Tilly und dem böhmischen Adligen Wallenstein besiegt. Pommern, Jütland und Mecklenburg mit Ausnahme Stralsunds wurden vom katholischen Heer besetzt. Die Bevölkerung in dem Kriegsgebiet wurde gezwungen, den Truppen Unterkunft und Ernährung zu bieten.
Nach dem Ende des dänischen Kriegs erließ der Kaiser 1629 das Restitutionsedikt, demzufolge alle protestantisch gewordenen Gebiete wieder rekatholisiert werden sollten. Besorgt wegen der erheblich gestiegenen Machtfülle des Kaisers erreichten die Reichsstände auf dem Regensburger Kurfürstentag 1630 die Absetzung Wallensteins.
Nun griff der Schwedenkönig Gustav II. Adolf in das Kriegsgeschehen ein und drang, nach dem er die Eroberung Magdeburgs durch Tilly nicht verhindern konnte, in dem weiteren Verlauf von Pommern bis nach Bayern vor. Bei Rain am Lech fiel 1632 Tilly. Der Kaiser setzte daraufhin Wallenstein wieder ein. Bei der Schlacht von Lützen 1632 fiel der Schwedenkönig. Wegen seiner politischen Ansichten wurde Wallenstein 1634 jedoch vom Kaiser erneut abgesetzt und bald darauf aus Angst vor einem Bündnis des Feldherrn mit den Schweden in dessen Auftrag ermordet. Um die Schweden vom deutschen Boden zu vertreiben, schloss der Kaiser mit dem protestantischen sächsischen Kurfürsten einen Sonderfrieden. 1635 kam es nach einem Sieg über die Schweden bei Nördlingen zu dem Frieden von Prag.
Das katholische Frankreich unter der Leitung von Kardinal Richelieu griff aus Sorge vor einem zu mächtigen Reich 1635 in das Geschehen ein und verbündete sich mit Schweden. Keine der beiden Seiten konnte jedoch den Krieg trotz lang andauernder Kämpfe für sich entscheiden. Schlesien, Böhmen, Sachsen und Teile Bayerns wurden verwüstet. Die wachsende Kriegsmüdigkeit führte schließlich 1641 und 1645 zu Waffenstillständen mit Schweden und 1647 mit Frankreich. Am 24.10 1648 kam es zu dem Westfälischen Frieden.
Der Friedensschluss beinhaltete eine Abtretung von Teilen Lothringens und des Elsass mit Ausnahme Straßburgs an Frankreich. Die Niederlande und die Schweiz schieden als souveräne Staaten nun offiziell aus dem Reich aus. Die Stellung der Reichsstände und der Territorien gegenüber dem Kaiser wurde gestärkt und der Augsburger Religionsfriede von 1555 bestätigt. Jedoch wurde bei einem Konfessionswechsel des Landesherrn nicht mehr der gleiche Schritt von der Bevölkerung verlangt. Der Krieg kostete etwa 40 % der Bevölkerung das Leben. Der Vorkriegstand der Bevölkerung wurde erst wieder um 1750 erreicht.
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Zeitalter des Absolutismus | |
Die Zerstörungen und Bevölkerungsverluste des Dreißigjährigen Kriegs förderten die Entwicklung staatlich gelenkter Wirtschafts- und Sozialpolitik. Verbunden mit der merkantilistischen Wirtschaftsform war das Entstehen der absolutistischen Herrschaftsform nach Vorbild des französischen Hofs unter Ludwig XIV.
Unter dem absolutistisch regierenden brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm begann der Aufstieg Preußens zur führenden Macht in Norddeutschland. Die Wirtschaft wird durch die Aufnahme geflohener französischer Hugenotten und Schaffung von Manufakturen gefördert. Außerdem schuf Friedrich Wilhelm ein stehendes Heer. 1660 erhielt der Kurfürst von Brandenburg in dem Frieden von Oliva auch die Oberhoheit über das Herzogtum Preußen.
Der Kurfürst Friedrich III. nannte sich 1701 Friedrich I., König in Preußen. Unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. erfolgte eine Militarisierung von Staat und Gesellschaft.
Der Aufstieg Preußens führte zu dem Dualismus zwischen den beiden führenden deutschen Staaten Österreich und Preußen, der Deutschland bis 1871 bestimmte.
Unter dem Habsburger Kaiser Leopold I. war das Reich der zweifachen Bedrohung durch die Osmanen und den Expansionsdrang Frankreichs unter Ludwig XIV. ausgesetzt. Ludwig XIV. nutzte die Situation und besetzte 1681 die Stadt Straßburg und weitere Gebiete in dem Elsass.
1688 ließ Ludwig XIV. unter Vorwand von Erbschaftsansprüchen die Pfalz besetzen. Nachdem sich daraufhin eine große Allianz unter Führung Englands bildete, musste Ludwig XIV. die Pfalz zwar räumen, behielt jedoch in dem Frieden von Rijwijk Straßburg und das Elsass. Durch den Pfälzer Erbfolgekrieg wurde die Pfalz durch französische Soldaten verwüstet und die Stadt Heidelberg zerstört.
1683 konnte der Kaiser mit Unterstützung der deutschen Fürsten und des Polenkönigs Jan Sobieski die Türken vor Wien schlagen und aus Ungarn vertreiben. Durch die Türkenkriege konnte die Habsburger Monarchie große Gebiete hinzugewinnen, in denen in der Folge deutsche Kolonisten, die so genannten Donauschwaben, angesiedelt wurden.
Durch die Wahl des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. 1697 zu dem König von Polen kam es bis 1763 zu einer Personalunion von Sachsen und Polen. Ebenso kam es von 1714 bis 1837 zur Personalunion von Hannover und England.
Das Aussterben der spanischen Linie der Habsburger löste 1701 den Spanischen Erbfolgekrieg aus.
Österreich konnte mit Unterstützung Englands und der Niederlande zwar seine Thronansprüche gegenüber dem mit Bayern verbündeten Frankreich nicht durchsetzen, aber die österreichischen Niederlande (das Gebiet des heutigen Belgiens) und große Teile Süditaliens hinzugewinnen.
Mehrere Friedensschlüsse beendeten diese Auseinandersetzung: Der Frieden von Utrecht zwischen Frankreich und England hat weitreichende Folgen: Frankreich trat Teile seiner Kolonien in Amerika an England ab (Neufundland, Neuschottland). Weitere Abmachungen waren Teil dieses Frieden, jedoch lehnte Karl VI. dieses Abkommen ab, so dass der Krieg am Rhein weiterging. Erst mit dem Frieden zu Rastatt wurde auch dieser Teil des Krieges beendet.
Das Aussterben des Mannesstamms der österreichischen Habsburger und die Nachfolge der Kaisertochter Maria Theresia 1740 führte zu dem Österreichischen Erbfolgekrieg. Gegen Frankreich, Bayern und Preußen, die den bayerischen Wittelsbacher Karl Albrecht als Nachfolger sahen, konnte sie die Kaiserkrone mit Hilfe von Ungarn und Großbritannien verteidigen.
Preußen nutzte allerdings die Erbfolgestreitigkeiten und besetzte das wirtschaftlich bedeutsame, bisher habsburgische Schlesien. Nach drei Schlesischen Kriegen, von denen der dritte als Siebenjähriger Krieg zwischen dem mit Österreich verbündeten Frankreich und dem mit Preußen verbündeten England auch global ausgetragen wurde, musste Maria Theresia 1763 in dem Frieden von Hubertusburg auf Schlesien verzichten.
Schweden verlor durch den Nordischen Krieg gegen Russische Förderation und dem in Personalunion mit Polen verbundenen Sachsen 1721 fast alle Besitzungen auf deutschem Boden. Durch die drei Polnischen Teilungen von 1772, 1793 und 1795 könnten Österreich und Preußen auf Kosten Polens erhebliche Gebietsgewinne verzeichnen.
Unter dem Preußenkönig Friedrich II. beziehungsweise dem Österreichischen Kaiser Joseph II. hielt die Aufklärung Einzug in Preußen und Österreich. Ebenso entstand in Baye |
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